Die blaue Plakette macht Pause – Ein paar Grundlagen

Die blaue Plakette geistert seit einiger Zeit durch die Newsticker, gerade mit ihrem (vorübergehenden?) Ableben.
Was hat es damit auf sich und was hilft die Situation besser zu verstehen? Erklärungsversuch am Beispiel Hamburg.

Inhalt:
1. Grundlagen
2. Verschmutzung auf verschiedenen Wegen
Demnächst:
3. Mögliche Maßnahmen
4. Fazit

  1. Grundlagen
    Zunächst gibt es gesetzliche Regelungen, die zwei wichtige Dinge regeln.Was aus dem Auto rauskommen darf (Emission):
    Reifen- und Bremsenabrieb, Abgas

    Was sich in der Luft ansammeln darf (Immission):
    Stickoxide, Feinstaub, Ruß, PAK

    Viele Städte haben zuviel Schadstoffe in der Luft und müssen daher im ersten Schritt einen Luftreinhalteplan aufstellen. Zu so einem Plan kann auch die Einführung einer Umweltzone gehören.
    Ob das sinnvoll ist wird normalerweise per Gutachten geklärt.Die Emissionen werden im Bereich Abgas hauptsächlich durch die EURO Normen reglementiert. Wie „gut“ das funktioniert zeigt nicht nur die derzeitige Debatte zu den Manipulationen auf dem Prüfstand.

    Auf der anderen Seite (Immissionen) steht ein Wortmonster und ist die direkte Umsetzung der europäischen Richtlinien zur Luftreinhaltung:
    39. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetztes (39. BImSchV).
    Darin werden Grenzwerte definiert, die zusammengefasst so aussehen:
    (Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_39/__3.html )

    Stickstoffdioxid
    NO₂, 200 µg/m³, darf nicht mehr als 18h pro Jahr überschritten werden. (Kurzzeitwert)
    NO₂, 40 µg/m³, Grenzwert Jahresmittelwert (ab 2010)

    Partikel (Feinstaub)
    PM10, 50 µg/m³, Grenzwert Tagesmittel, maximal 35 Überschreitungen pro Jahr
    PM10, 40 µg/m³, Grenzwert Jahresmittelwert (seit 2005)

    Diese Werte werden durch ständige Messungen sowie durch Modellberechnungen überprüft und prognostiziert, weiterhin werden Alarmwerte zur Information der Bevölkerung angegeben.

  2. Verschmutzung auf verschiedenen Wegen
    Die Verschmutzung in der Luft setzt sich aus einer Hintergrundbelastung, die großflächig vorhanden ist, und lokal durch Fahrzeuge erzeugte bzw. aufgewirbelte Anteile zusammen.
    Die Hintergrundbelastung ergibt sich aus Belastungen durch Industrie wie dem Hamburger Hafen, durch verkehrliche Anteile aus anderen Straßenzügen sowie überregional transportiere Schadstoffe.
    Der lokal durch Fahrzeuge erbrachte Anteil wird in motorbedingte und nicht motorbedingte Anteile unterschieden.
    Letztere umfassen Anteile aus Reifen- und Bremsenabrieb und zu einem großen Teil aufgewirbelte Ablagerungen von der Straßenoberfläche.

    Die motorbedingten Anteile werden durch aufwändige Maßnahmen direkt im Motor und angeschlossener Abgasanlage reduziert.
    Die Einhaltung dieser Grenzwerte wird bisher hauptsächlich auf dem Prüfstand im NEFZ überprüft und bildet nur einen sehr geringen Ausschnitt der tatsächlichen Nutzung ab.
    Genau diese Schwäche führt beispielsweise dazu, dass für Berechnungen der Luftverschmutzung die 4-5 fachen Werte der EURO Grenzwerte angenommen werden: Stellungnahme der ERMES Gruppe (englisch)

    […]As a result, Euro 5 diesel car emission factors
    used in the models already have been 4-5 times higher
    than the emission limit value (0,18 g/km),
    actually closer to 0,8 g/km […]
    Das heißt: Wenn ein Gutachten über die Luftqualität und die zu erwartende Luftverschmutzung erstellt wird nimmt man nicht an, dass die Fahrzeuge ihre Grenzwerte auch nur Ansatzweise einhalten.
    Vielmehr wird schon lange mit deutlich höheren Werten gerechnet um die tatsächliche Luftverschmutzung abschätzen zu können.

Ausfahrt im Touran II 1.2 TSI

Ein paar Worte zur Motivation:

Als Großstadtbewohner habe ich kein Auto und miete bei Lust und Laune lieber eins. Meist steht man dann vor diversen Auswahlmöglichkeiten die sich preislich kaum unterscheiden aber in (mir) wichtigen Punkten gravierende Unterschiede aufweisen.

Beispiele:
  • Soundsystem & Telefonanbindung
  • Gepäckraum: Platz für Kinderwagen und Koffer?
  • Übersichtlichkeit des Arbeitsplatzes: langes Suchen oder kann es zügig losgehen?
  • Fahrgefühl und Rundumsicht

Wir wollen zu dritt mit Kinderwagen und Gepäck fürs Wochenende ca. 1000km fahren, die Wahl fällt auf das Kompaktvan Segment.
Zur Auswahl stehen Opel Zafira und VW Touran.
Die Wahl fällt auf den VW, weil gerade erst 100km auf der Uhr.

Naturgemäß ist die Ausstattung nicht gerade üppig, auch der Antrieb dürfte in Form des 1.2 TSI eher gemütlich ausfallen.

Nach dem üblichen Rundgang ums Fahrzeug bekomme ich den Fahrzeugschlüssel und darf endlich loslegen.

Soundsystem

USB Anschluss -> Kabel -> IPhone -> Carplay?
Fehlanzeige!
Ich halte fest: Gerät ist nicht kompatibel (IPhone 6 mit iOS 9.3.3/13G34), na immerhin wird es geladen.
Zweite Option: Bluetooth Audio -> klappt auf Anhieb

Klangbild: farblos, wenig detailreich und die Klangfülle reicht mir nicht. Leichte Korrektur des Equalizers im mittleren Bereich nach unten bringt etwas Besserung und das Ganze wirkt weniger plärrig.
Die Reaktionsgeschwindigkeit ist gut, auch die Routenberechnung über mehrere Bundesländer dauert mit ca. 10 Sekunden für meinen Geschmack nicht zu lange. Hier werden 3 Routen vorgeschlagen, die entweder zeit- strecken- oder verbrauchsoptimiert sind.
Die Bedienung geht intuitiv von der Hand, der Touchscreen blendet bei Annäherung zu den Symbolen passende Beschreibung ein und vergrößert die Piktogramme was auch im Fahrbetrieb für vergleichsweise wenig Ablenkung sorgt. Besser wären Lenkradtasten, die leider nicht verbaut sind.
Die Ablesbarkeit hält sich in Grenzen, rings um Kombiinstrument und Touchscreen sind schwarz glänzende Blenden angeordnet die gerade bei schönem Wetter stark reflektieren und damit das Ablesen unnötig erschweren – das geht besser.

Gepäckraum

Kinderwagen und Gepäck fürs Wochenende verschwindet im Kofferraum, der wenig zerklüftet ist und mit verschiebbaren Rücksitzen noch etwas ausgebaut werden kann.
Kurz und knapp: Genau richtig.

Übersicht

Sitz und Spiegel einstellen sind schnell erledigt, Lenkrad ist positioniert, ein kurzer Schweif über die Instrumente und es kann losgehen. Mangels Lenkradtasten, Tempomat und sonstiger Fahrassistenzsysteme gibt es auch nichts zu lernen.
Die Scheibenwischer verrichten Ihren Dienst auch bei Starkregen unauffällig, die Halogenscheinwerfer bieten eine gute Ausleuchtung der Straße nach vorne, die Instrumentenbeleuchtung ist nachts unangenehm hellweiß.
Wendekreis und Übersichtlichkeit nach vorne gehen in Ordnung, nach hinten muss man der akustischen Hilfe schon vertrauen können.
Die Sitze werden auch nach Stunden nicht unangenehm, das Lenkrad schon. Hart und wenig griffig.

Der Motor entfaltet seine Möglichkeiten recht behäbig, fürs Mitschwimmen in der Stadt und auf der Landstraße reicht es, ebenso auf der Autobahn bis 130km/h. Zügiges Beschleunigen klappt nur mit reichlich Drehzahl, der Kick-Down Schalter in Verbindung mit einem Schaltgetriebe erscheint mir als witziges Gimmick ohne Wirkung. Der Verbrauch pendelt sich um 6-7 Liter Super ein.
Die Schaltung ist manchmal hakelig und die Kupplung könnte einen besseren Druckpunkt vertragen, aber das sind eher Kleinigkeiten.
Etwas nervig sind die Allwetterreifen ab 130km/h sowie das Fahrwerk, das auf Seitenwind empfindlich reagiert und in Kombination mit einem synthetischem Lenkgefühl nicht den besten Eindruck hinterlässt.
Die StartStop Automatik verrichtet ihren Dienst unauffällig, ebenso wie die AutoHold Funktion der elektrischen Handbremse.

Alles in Allem hat die Ausfahrt trotz der kleinen Macken Spaß gemacht und der Touran hinterlässt nach 1.000km einen soliden Eindruck als geräumiger und sparsamer Geselle.

Jeder nutzt das Netz auf seine Art und das ist gut so.

Ein gut funktionierendes Netz? Ja bitte.
Eine Überholspur für den größeren Geldbeutel? Nein danke.
Setzt ein Zeichen für ein offenes, neutrales Internet.

Stimme abgeben: Jetzt.

Eine gute Infrastruktur kostet richtig Geld, keine Frage. Aber jeder sollte an den Innovationen teilhaben und von den Investitionen profitieren können.

Vaduzz Mail Service – Roundcube Sieve Filter anlegen

Die meisten von uns bekommen täglich Mails von Webseiten auf denen wir angemeldet sind. Von Amazon bis Zalando kommen News, Angebote oder auch einfach nur Rechnungen. Diese Mails kann man mühsam jedes Mal von Hand in einen Ordner verschieben (oder löschen, was technisch auch erstmal nur verschieben ist)

Oder man überlässt es seinem Postfach (also dem Vaduzz Server) das diese gleich in den passenden Ordner einsortiert, damit nicht einfach alles im Posteingang landet.

Dazu gibt es im Webmailer „Roundcube“ eine recht konfortable Möglichkeit den Filter (Sieve) einzustellen:

Im Tab Einstellungen -> Zeile Filter auswählen und in der mittleren Spalte aufs „Plus“ unten. Dann noch die gewünschten Daten (man kann beispielsweise nach Absenderadresse oder Betreff auswählen) eintragen und den Zielordner im Postfach auswählen.
Speichern und schon sind wir fertig.

Roundcube_Sieve

Vaduzz Mail Service – Anleitung Thunderbird

Hier nun in aller Kürze die wichtigsten Daten:

Webmailer

Posteingang
Server: mail.vaduzz.de Port: 143
Sicherheit: STARTTLS
Authentifizierung: Passwort, normal
Benutzername: vollständige Maildresse (user@vaduzz.de)

In Bildern sieht es dann so aus:

Thunderbird1 Thunderbird2

Postausgang:

Server: mail.vaduzz.de Port: 587
Sicherheit: STARTTLS
Authentifizierung: Passwort, normal
Benutzername: vollständige Maildresse (user@vaduzz.de)

Thunderbird3

Sollte es damit nicht klappen schreibt mir n Text oder klingelt kurz durch.

Teamspeak Autostart unter Ubuntu 16.04

Der Umstieg von Ubuntu 14.04 auf 16.04 bringt ja bekanntlich einige Änderungen mit sich.
Am Beispiel von Teamspeak folgt hier eine knappe Anleitung zum Anlegen eines eigenen Service sowie das Aktivieren des Autostarts.

Voraussetzung: Der Teamspeak Server läuft unter einem eigenen Useraccount, der in meinem Fall ts3 heißt. Das sicherlich etwas umständliche Verzeichnis des Servers heißt teamspeak3-server_linux_amd64 – ich habe es nicht abgeändert weil ich so recht komfortabel Updates einspielen kann.

Als erstes brauchen wir die passende Datei unter /lib/systemd/system/ts3.service mit folgendem Inhalt:

Einfach den nachfolgenden Inhalt (z.B. Pfad) anpassen und einfügen:

Danach wird Systemd mitgeteilt, dass es etwas Neues gibt (auch nach Änderung an obiger Datei erforderlich)

Und schon hat man einen eigenen Service, den man mit den üblichen Befehlen kontrollieren kann:

Damit der Service auch beim Neustart des Servers geladen wird, muss einmalig dieser Befehl ausgeführt werden:

Die Statusmeldungen des Services gibt es dann mit:

 

Roundcube Password Plugin einrichten unter Ubuntu 16.04

Thomas Leister hat eine tolle Anleitung zum Aufsetzen eines Mailservers unter Ubuntu 16.04 geschrieben.

Hier kommt eine kleine Ergänzung, wie man per Roundcube die User in die Lage versetzt ihre Passwörter zu ändern. Roundcube ist dabei so konfiguriert, dass es nur für localhost zuständig ist, also keine Serverzeile in der Loginmaske zeigt.

Für die meisten Befehle werden root Rechte benötigt:

Als Erstes muss das Plugin natürlich installiert sein, dazu wird das Paket roundcube-plugins benötigt:

Danach wird das Plugin in /etc/roundcube/config.inc.php aktiviert:
Dazu sollte der Eintrag ‚password‘ in das Plugin Array eingefügt werden:

Das Password Plugin befindet sich etwas versteckt unter /usr/share/roundcube/plugins/password
Dort muss zunächst die Konfiguration bereitgestellt werden um diese danach anpassen zu können.

Hier können neben dem eher selbsterklärenden Parametern wie minimale Passwort Länge, Passwortkomplexität (nonalpha) auch die notwendigen Angaben zur Datenbankanbindung hinterlegt werden. Um Fehler bei der manuellen Eingabe zu vermeiden folgt im Anschluss die komplette Konfiguration.
Wer nur die notwendigen Angaben zur Datenbankanbindung einbauen will kann nachfolgend die einzelnen Parameter einsetzen.

Wichtig: der Pfad zu doveadm stimmt unter Ubuntu 16.04 nicht mit der Vorgabe überein.

Da die Datei sensible Daten enthält sollte Sie anschließend gesichert werden:

Sollte etwas nicht so funktionieren wie geplant hilft vielleicht ein Blick in die Logs:

Wenn die SQL Abfrage nicht funktioniert (und es sich um einen Testserver ohne sonstige Last handelt) kann man unter /etc/mysql/mysql.conf.d/mysqld.cnf die folgenden Zeilen auskommentieren:

Danach noch service mysql reload und man kann mit einen Blick werfen:

Danach die Änderungen an mysqld.cnf rückgängig machen!

Nun sollte in Roundcube / Einstellungen der Passwort Option wie im Bild oben zu sehen sein.

Hier zur Übersicht nochmal die komplette Datei:

P.s.: Mit der Maus über den oberen Rand des Codeblocks gehen um den Copy Knopf zu finden.

 

Kleine Python Schnipsel

Probleme löst man häufig mit reden. Dazu hilft es eine gemeinsame Sprache zu sprechen. Kollege Computer hilft gerne, wenn er weiß was zu tun ist.
Wie kann ich ihm also möglichst ohne großen Aufwand ein paar Aufgaben überlassen?
Für vieles findet man schon fertige Programme, einiges ist allerdings zu speziell.

Monotone Aufgaben sind genau das Richtige. So eine Aufgabe hat man sich ganz schnell eingehandelt wenn mod_security bei Apache nachträglich eingebaut werden soll. Eine normale wordpress installation hat man ja echt schnell aktiviert, aber wehe die soll auch noch mal ein paar Zeilen irgendeines Programmquelltextes enthalten.
Da ich also das lustige Suchen und Einsetzen Spiel nicht mitmachen wollte habe ich ein kleines Script zusammengestellt. Es ist nicht schön aber tut was es soll und ist hier zu finden:

finderrorid.py on GitHub

Es macht nichts anderes als in /var/log/apache2/mod_security.log nach dem String „Access denied…“ zu suchen, die rule_id herauszufischen und dann zu vergleichen ob denn diese schon unter /etc/apache2/sites-available.conf in der Zeile SecRuleRemoveById 123455 123456 123457 exisitert. Derzeit muss man also noch selbst mit nano oder einem anderen Editor seiner Wahl die Kette ergänzen…

Eine typische Ausgabe sieht dann in etwa so aus:

Heißt: 123405 fehlt und muss ergänzt werden – das Ganze ist natürlich NICHT (!) vhost sicher. Luxus gibts an anderer Stelle, das hier ist nur zum Testen!

Pädagogische Diagnostik

Über die Vermeidung von Erwartungseffekten

Gastbeitrag von Rebekka Mangelsdorf

1 Einleitung

„Sie wählen sich ein Thema aus der Päd. Psych. aus!“ (Kindervater, 2015)

Beim Nachdenken über diese Aufgabe, schwelgt der Mensch sehr schnell in Erinnerungen. Zurück in die eigene Schulzeit. Zurück in die Klassenräume der Vergangenheit. Was war damals Gang und Gäbe? Und heute?

Beim Gang zum Bäcker erwartet ein Jeder, dass dieser Brot und Brötchen bereithält.

Von einem Tischler wird erwartet, dass er Buchen- von Kastanienholz unterscheiden kann.

Und von einem Lehrer?  „Pädagogische Diagnostik“ weiterlesen