Weihnachten allein zu Hause

Weihnachten im Dauerlauf

Weihnachten ist seit vielen Jahren eine Zeit in der die Familie zusammen sitzt, Weihnachtslieder laufen, die Verwandschaft vorbei schaut und alle in dieser ständigen Geschäftigkeit fest stecken. Gehetzte Gespräche, Debatten über den richtigen Ablauf. Soll das so sein?

Ich bin vor zwei Jahren ausgewandert, raus aus dem Dorf im Thüringer Wald rein in die Metropolregion Hamburg. Der Trubel fühlt sich hier alltäglich an und im ersten Jahr sind wir zu Weihnachten noch zur Verwandschaft gefahren. Wieder Trubel. Zweites Jahr das Gleiche, mit erstem Kind. Klar ist es schön alle zu sehen und gerade nachdem ich soweit weg gezogen bin freue ich mich umso mehr. Aber etwas wichtiges fehlt völlig: Zeit für mehr als oberflächliche Nettigkeiten und Gesprächsgeplänkel. Wenn ich die Menschen die mir so am Herzen liegen schon sehe dann will ich auch Zeit und Raum für intensive Gespräche haben, will wissen wie es dem Gegenüber ergangen ist und wie seine Welt aussieht.

Weihnachten ohne Besuch…

Dieses Jahr also mal was anderes probieren. Habs auch frühzeitig angekündigt und war seit dem innerlich zerissen. Allen Freunden absagen und per Whatsapp mitbekommen wie sich verabredet wird. Zum Weihnachtsmarkt, zum Hoch die Tassen. Wie gerne wäre ich dabei.
(So sehr ich meine Kinder liebe aber manchmal möchte ich wirklich einen Pauseknopf fürs Familienleben.)

Dieses Jahr habe ich mit meiner Freundin und unseren drei Kindern also zu Hause verbracht, alleine, in Ruhe.
Naja soviel Ruhe wie man eben mit dieser Rasselbande haben kann.
Aber alleine mal eine halbe Stunde zu zweit ein schönes Essen genießen mit genau der Musik die wir hören wollten am Heiligabend war so schön. Für den Moment den Trubel ausblenden und durchatmen.

…mit Kommerz…

Und Geschenke? Diese Überflussgesellschaft kotzt mich an. Ich habe keine Ahnung was und wozu die Kinder noch mehr Spielzeug, Klamotten und Geraffel brauchen sollten. Zeit brauchen Sie, mit uns und wir brauchen Nerven und auch Zeit. Sowas kann man nicht kaufen, das wäre auch viel zu einfach.

Also stapeln sich entgegen aller Bitten doch wieder die Geschenke und Spielzeuge, werden gar nicht beachtet und landen in einer Ecke aus der sie früher oder später gespendet oder weiterverkauft werden.

… und Frustkäufen

Und wir „Großen“?
Sind in letzter Zeit so im Familienleben versunken und kaum noch vor die Tür gekommen (es ist für Couchpotatos echt schwer sich aufzuraffen und dann auch noch drei Kids anzuziehen bei der Kälte) das hier mal dringend was gemacht werden musste. Es gab also einen richtig geilen 1:10 RC Fitzer mit Brushless Motor, >60km/h schnell mit Allrad und macht bei jeder Beschleunigung ’ne Gänsehaut. So. Verrücktes, teures Geschenk mit Ausrede warums gekauft werden soll: Check!

Immerhin hats wirklich dazu geführt das wir vor die Tür sind, bei Sauwetter (das Teil ist ganz gut gegen Wasser geschützt) draußen im Wald und bei schlimmsten Sauwetter die Tiefgarage.

Natürlich ist so ein Renner gar nicht so leicht zu kontrollieren und somit hat er auch schon den ersten Schaden: Stoßdämpfer am unteren Querlenker abgerissen, an der Reservebohrung wieder angebracht und Achsteile bestellt. Demnächst erfolgt die Reparatur und vielleicht schreibe ich dann noch was dazu.

Noch ein Zeitvertreib für Zwischendurch?

Zweite Erkenntnis der Vorweihnachtszeit: Messer schärfen geht nur gut mit nem richtigen Schleifstein und ist gar nicht mal schwer. Es hat nicht mehr gebraucht als 30min Youtube Video kucken und ein passendes Schleifstein Set zu bestellen. Mit etwas Anfängerglück war ein paar Tage später nach einer guten halben Stunde die Schneide des großen Küchenmessers neu aufgebaut und hält – anders als mit den im Supermarkt erhältlichen Schleifutensilien nun schon seit 3 Wochen trotz intensivem Geschnippels gut durch. Und das bei einem 10€ Messer von dem ich immer dachte es wäre nur Schund weil jeden Tag wieder aufs neue stumpf.

Das wars für dieses Jahr und damit verabschiede ich mich und wünsche einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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